Aus BEBEN.Festival wird DISTRICT64

Ein neues Kapitel für das Babenhäuser Sommerfestival

Drei Jahre in Folge hat das BEBEN.Festival den Schwanengraben bespielt. Drei Jahre, in denen das Orga-Team daran gearbeitet hat, aus dem Gelände rund ums Schloss einen festen Ort für Musik und Begegnung in Babenhausen zu machen – mit Herzblut, mit Fleiß und mit dem Ziel, etwas Bleibendes zu schaffen. Vieles davon ist gelungen, manches nicht. Und wer ehrlich ist, muss irgendwann die Schlüsse ziehen, die die Zahlen und Erfahrungen nahelegen. Das BEBEN.Festival wird es in dieser Form nicht mehr geben. Was kommt, ist größer, klarer und anders: DISTRICT64, vom 6. bis 8. August 2026 im Schwanengraben.

„Ein Festival von Babenhäusern für Babenhäuser“: zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Als das BEBEN.Festival 2023 in den Schwanengraben umzog, war die Idee dahinter klar: ein Stadtfestival, das in erster Linie Menschen aus Babenhausen erreicht. Die Realität der vergangenen drei Jahre hat diesen Anspruch jedoch nicht bestätigt. Ein Blick in die Ticketstatistik zeichnet ein klares Bild: nur rund 30% der Besucher kamen aus Babenhausen und seinen Ortsteilen, 70% reisten aus der Region an. Setzt man die Tickets aus Babenhausen ins Verhältnis zu den knapp 14.000 erwachsenen Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt, dann hat das Festival im vergangenen Jahr nicht einmal 2% der Menschen hier vor Ort erreicht.

„Das sind Zahlen, über die man nicht einfach hinwegsehen kann. Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt.“ sagt Wolfgang Kettler, Geschäftsführer des Vereins zur Förderung des Handballsports in Babenhausen/Hessen e.V. „In erster Linie schauen wir natürlich auf uns selbst. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch eine gesellschaftliche Entwicklung, in der zunehmend weniger ausgegangen wird. Das Budget, das früher auf mehrere Veranstaltungen im Jahr verteilt und eher lokal ausgegeben wurde, wird heute lieber für ein, zwei besondere Ereignisse aufgespart.“

Es muss sich lohnen und gut anfühlen

Neben der Frage, wen das Festival erreicht, spielte auch der Aufwand eine Rolle bei der Entscheidung zur Neuausrichtung. Das Festival wird von einem ehrenamtlichen Team aus Mitgliedern verschiedener Babenhäuser Vereine organisiert und durchgeführt. Die Planung nimmt nahezu ein Vierteljahr in Anspruch, der Aufbau vor Ort dauert fünf Tage, der Abbau zwei.

„Wir machen das alle ehrenamtlich, neben Familie und Beruf. Das ist keine Beschwerde, das war schon immer so und das wollen wir auch gar nicht anders. Aber wenn man so viel reinsteckt, dann muss am Ende auch ein Ergebnis rauskommen, das sich gut anfühlt. Und das war zuletzt einfach nicht mehr der Fall.“ berichtet Kettler.

Neustart mit DISTRICT64: klarer Schwerpunkt, bewährtes Team

Das neue Festival DISTRICT64 setzt dort an, wo die Stärken des bisherigen Formats lagen, und entwickelt sie konsequent weiter. Der Name ist Programm: district steht für das Stadtquartier, für Nähe und Identität; die 64 ist die Postleitzahl Babenhausens. Musikalisch konzentriert sich das Festival künftig auf einen klaren Schwerpunkt, anstatt an drei Tagen möglichst viele unterschiedliche Zielgruppen gleichzeitig bedienen zu wollen.

Auch das Gelände selbst wird sich verändern. Erstmals wird es zwei Bühnen geben, eine davon in einem großen Zirkuszelt. Der Schwanengraben verwandelt sich damit in eine Zirkusstadt und bekommt ein Ambiente, das es in Babenhausen so noch nicht gegeben hat. Mit über 20 DJs ist es zugleich das größte Lineup, das das Festival in seiner Geschichte je hatte.

Gleichzeitig bleiben die Prinzipien unverändert, die das Festival seit Beginn geprägt haben. Der Familientag wird nicht gestrichen, er rückt sogar nach vorne. Künftig findet er am ersten Veranstaltungstag, also donnerstags, statt. Mit einem bunten Programm für Groß und Klein und einem musikalischen Schwerpunkt auf den 90er-Jahren soll er Menschen ansprechen, die sonst vielleicht weniger mit elektronischer Musik in Berührung kommen. Der Eintritt bleibt an diesem Tag wie gehabt frei. Das ehrenamtliche Orga-Team aus Mitgliedern verschiedener Babenhäuser Vereine bleibt das Herzstück des Festivals. Auch das bewährte Lärmschutzkonzept sowie die transparente Kommunikation mit Anwohnern wird unverändert fortgeführt. Die Spielzeiten in der Nacht bleiben ebenfalls wie bisher.

„Wir wollen nach wie vor möglichst viele Menschen erreichen und etwas für Babenhausen tun. Das ist für uns keine Floskel, das meinen wir ernst. Aber wir haben gemerkt: mit einem Konzept, das versucht, es allen recht zu machen, erreichst du am Ende niemanden so richtig. Irgendwann muss man eine Entscheidung treffen.“

Der Vorverkauf startet am 01. Mai ausschließlich online unter district64.de. 

In den Genuss eines besonderen Vorverkaufsangebots kommen alle Besucher des MAIFESTS, am 01. Mai 2026 ab 10:00 Uhr hinter der Stadtmühle Babenhausen. Mit der Band WATERTIGHT tritt hier dieses Jahr übrigens eine Band auf, die vom früheren SEEBEBEN bekannt ist.